Ob Sie sich für eine Erbschaft oder eine Übergabe entscheiden, hängt ganz von Ihren persönlichen Wünschen und Vorstellungen ab. Eine pauschale Aussage darüber, was denn nun besser sei, lässt sich also nicht treffen. Setzen Sie sich diesbezüglich am besten mit Ihrem Notar zusammen und lassen Sie sich über Ihre Möglichkeiten aufklären.

Wann eignet sich eine Erbschaft?

Für eine Erbschaft sollten Sie sich dann entscheiden, wenn Sie Ihr Eigentum behalten möchten, solange Sie leben. Erst nach Ihrem Ableben geht Ihr Nachlass an Ihre Kinder, Ihren Ehepartner und/oder an die Begünstigten im Testament. Das Eigentum so lange wie möglich im eigenen Besitz zu halten, hat den Vorteil, dass sie es bis zu Ihrem Tod ungehindert weiterverkaufen oder belasten können. Wenn dies Ihr Wunsch ist, sollten Sie die geordnete Erbfolge nach Ihrem Ableben durch ein Testament oder einen Erbvertrag regeln.

Erbschaften in der Landwirtschaft

Für die Erbfolge von Landwirtschaften existieren zahlreiche Sonderregelungen. Das Kärntner Erbhöfegesetz verfolgt das Ziel, einen leistungsfähigen Betrieb zu erhalten und dessen Auflösung zu verhindern. Aus diesem Grund werden Bauernhöfe an einen Hofübernehmer zugewiesen, der den weichenden Kindern eine Abfindung auf der Grundlage eines begünstigten Übernahmewertes zahlen muss.

Dadurch wird sichergestellt, dass der Hof an jemanden geht, in dessen Interesse es liegt, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Die planmäßige Umsetzung des letzten Willens kann zudem durch Erb- und Pflichtteilsverzichte abgesichert werden, damit es nach dem Ableben nicht zu einem Streit zwischen den Hinterbliebenen kommt. Aber Achtung: Diese müssen unbedingt als Notariatsakte abgeschlossen werden!

Übergabe eines Betriebes

Im bäuerlichen Wirtschaftsleben werden die meisten Generationenwechsel durch eine Übergabe unter Lebenden vollzogen. Bei dieser Form treten Sie Ihren Besitz noch zu Lebzeiten an den/die von Ihnen Begünstigten ab. Diese Entscheidung geht jedoch mit weiteren Fragen einher, die es abzuklären gilt, nämlich:

  • Wollen Sie sich ein Wohnungsgebrauchsrecht oder ein Fruchtgenussrecht vorbehalten?
  • Möchten Sie im Bedarfsfall vom Übernehmer gepflegt und betreut werden oder sonstige Rechte für sich oder andere Personen zurückbehalten?
  • Mit welchen Steuern, Kosten und Gebühren müssen Sie bei einer Übergabe eigentlich rechnen?

In landwirtschaftlichen Betrieben erfolgt die Berechnung der Grunderwerbsteuer weiterhin über den einfachen Einheitswert als Bemessungsgrundlage. Wollen Sie jedoch eine normale Immobilie übergeben, müssen Sie diese schon nach der neuen Grunderwerbssteuer versteuern.

Ihr Notar berät Sie gerne bei diesen schwierigen Entscheidungen und versucht, mit Ihnen eine für alle Beteiligten vernünftige und nachhaltige Lösung zu finden. Der Notar Dr. Christoph Sigl in Innsbruck ist spezialisiert auf Erb-, Testaments- und Stiftungsrecht + Immobilienrecht. Weitere Informationen finden Sie auf der Notariats-Webseite.